Es gibt ein klares Vorher und Nachher in der Art und Weise, wie wir den Außenbereich einer Immobilie bewerten. Dieser Wendepunkt hat ein Datum: das Jahr 2020.
Die Zeit des Lockdowns hat die Beziehung der Menschen zu ihrem Zuhause grundlegend verändert. Wer über eine Terrasse oder einen Balkon verfügte, empfand dies als Privileg. Wer keinen hatte, erkannte dessen Wert. Und als es später darum ging, eine neue Immobilie zu suchen oder umzuziehen, spielte diese Erfahrung eine entscheidende Rolle.
Dabei handelte es sich keineswegs um eine vorübergehende Reaktion. Vier Jahre später zählt Außenfläche weiterhin zu den gefragtesten und wertvollsten Kriterien auf dem Wohnimmobilienmarkt. Die Pandemie hat nicht nur die Nachfrage verändert, sondern auch die Denkweise der Käufer. Die Terrasse hat sich von einem zusätzlichen Vorteil zu einer echten Notwendigkeit entwickelt.
Was die Zahlen zeigen
Die Auswirkungen auf den Preis sind real und erheblich. Aktuellen Daten des spanischen Immobilienmarktes zufolge werden Wohnungen und Häuser mit Terrasse durchschnittlich 17 % teurer verkauft als vergleichbare Objekte ohne Außenfläche. In Barcelona kann dieser Unterschied mehr als 130.000 Euro betragen. Dennoch verfügen nur 31 % der Immobilien in Spanien über einen privaten Außenbereich.
Dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage erklärt den Preisaufschlag. Was stark nachgefragt und gleichzeitig knapp ist, gewinnt an Wert – und behält ihn. Immobilien mit Terrasse erzielen nicht nur höhere Verkaufspreise, sondern werden auch schneller verkauft und lassen weniger Verhandlungsspielraum zu. In einem wettbewerbsintensiven Markt ist das ein sehr konkreter Vorteil.
Allerdings reagieren nicht alle Märkte gleich. In Städten, in denen das Angebot so knapp ist, dass praktisch jede gut gelegene Wohnung schnell einen Käufer findet, fällt der Aufpreis für eine Terrasse geringer aus. In Märkten hingegen, in denen Käufer vergleichen und ihre Entscheidung sorgfältig abwägen können, hat ein Außenbereich einen deutlich spürbaren Einfluss auf den endgültigen Verkaufspreis.
Vom Zusatzmerkmal zum Wohnraum
Verändert hat sich nicht nur die Zahlungsbereitschaft für eine Terrasse, sondern auch ihre Wahrnehmung. Sie ist längst nicht mehr nur der Platz für einen Stuhl und einige Pflanzen. Heute gilt sie als vollwertiger Wohnbereich: als Sommeresszimmer, Homeoffice mit Tageslicht, Rückzugsort oder Raum für Freizeit und Geselligkeit. Sie wird gestaltet, eingerichtet und das ganze Jahr über genutzt.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im Premiumsegment. Anspruchsvolle Käufer bewerten Außenflächen nach denselben Kriterien wie jeden anderen Raum: Ausrichtung, Proportionen, Privatsphäre, Qualität der Ausstattung und die Verbindung zum Innenbereich. Die Frage lautet nicht mehr „Gibt es eine Terrasse?“, sondern „Wie ist die Terrasse gestaltet?“. Diese Nuance verdeutlicht, wie stark sich der Markt verändert hat.
Diese Entwicklung lässt sich auch im Kontext moderner Stadtplanung betrachten. Europas dynamischste Städte denken Balkone, Terrassen und Übergangsbereiche zwischen Innen- und Außenraum seit Jahren als wesentlichen Bestandteil des Wohnens und nicht als Nebensache. Was früher vor allem hochwertigen Neubauprojekten vorbehalten war, ist heute zum Standard geworden und entspricht den Erwartungen einer stetig wachsenden Zahl von Käufern.
Was bedeutet das für Käufer und Verkäufer?
Wer auf der Suche nach einer Immobilie ist, sollte Außenflächen als das betrachten, was sie tatsächlich sind: nutzbare Quadratmeter mit direktem Einfluss auf die Lebensqualität und auf den langfristigen Wert der Immobilie. Eine gut ausgerichtete Terrasse mit Privatsphäre und echter Nutzbarkeit gehört zu den wertvollsten Eigenschaften, die ein Zuhause bieten kann.
Wer über einen Verkauf nachdenkt, kann mit der Aufwertung einer Außenfläche eine der rentabelsten Investitionen tätigen. Ein hochwertiger Bodenbelag, eine durchdachte Beleuchtung, etwas Begrünung oder – sofern gesetzlich zulässig – eine teilweise Überdachung können den Wert erheblich steigern. Es geht dabei nicht nur um Ästhetik, sondern darum, einen wenig genutzten Bereich in ein überzeugendes Verkaufsargument zu verwandeln.
Bei aProperties erleben wir dies täglich in Gesprächen mit unseren Kunden: Der Außenbereich hat sich zu einem zentralen Faktor bei Kaufentscheidungen entwickelt. Nicht als vorübergehender Trend, sondern als fester Bestandteil dessen, was heute den Wert eines Zuhauses ausmacht.